…ein Blog über Allerlei aus der vernetzten und nicht-vernetzten Welt
Hallo zusammen,
meine CDs archiviere ich mit Exact Audio Copy im verlustfreien FLAC Format. Das ganze wird dann auf dem PC mit Foobar2000 abgespielt. Dies alles ist sehr komfortabel, hochqualitativ und quasi beliebig parametrisierbar.
Doch wie nutze ich diese wohlgepflegte Sammlung zu HauseÄ Ich mag nicht immer die CD aus dem Regal suchen und außerdem möchte ich Funktionen wie Bewertungsmöglichkeiten und intelligente Playlisten auch zu Hause nutzen. Das ganze sollte auch noch ansehnlich (also kein PC an der HiFi-Anlage), gut klingen (wozu nutze ich sonst FLAC), strahlungsarm ablaufen (genau deswegen habe ich einen Router, bei dem man nur im Bedarfsfall das WiFi aktiviert) und natürlich in der Handhabung sehr bequem sein.
Bisher habe ich hierzu noch keine finale Lösung gefunden. Es gibt zwar heiße Kandidaten, aber keiner ist davon perfekt:
Olive Audio stellt wunderschöne Geräte her, die treffen auch am ehesten meine Vorstellungen, sind aber leider unsäglich teuer. Der reine Netzwerk-Player Olive Melody No. 2 kostet aktuell in Deutschland rund 800 Euro.
Den passenden Ripper und Server Opus No. 4 gibt es für “spartanische” 1.800 Euro in Deutschland aktuell zu kaufen:
Zu teuer, für einen reinen Zuspieler – so finde ich. Günstiger, aber weniger schick geht das mit der ab Dezember 2009 für rund 300 Euro erhältlichen Squeezebox Touch:

Diese bräuchte aber dazu noch einen Server, den man beim Opus No. 4 nicht aufbauen müßte. Alternativ ginge auch ein USB-Festplatte und / oder SD-Karten (die Touch hat dafür einen integrierten Kartenleser). Ich habe mal den Logitech-Support angeschrieben: Laut denen wird das WiFi deaktiviert (wegen der Strahlung), wenn man auf normales Ethernet setzt. Nicht schlecht…
Abschließend gibt es noch die Sonos-Systeme:
Im Highend-Bereich haben sich diese Systeme schon einen sehr guten Ruf gemacht (ähnlich dem Hifidelio von Hermstedt, der aber kein schönes Display für Cover hat, jedoch Gerüchten zufolge als Basis für obige Olive-Geräte dient!). Man hat entweder einen reinen Netzwerk-Player und / oder einen Netzwerk-Player mit einem angeblich sehr guten Digitalverstärker und eine Remote mit Toucscreen. Alternative geht auch ein Apple iPhone oder ein Apple iPod Touch, aber dort soll der Verbindungsaufbau sehr langsam sein, da Sonos ein AdHoc-Mashup-Netzwerk verwendet, was für die eigenen Geräte optimiert wurde.
DerAnsatz mit dem Digitalverstärker ist natürlich sehr angenehm, da man dann auf weitere Geräte (neben den Lautsprechern) verzichten könnte. Radio können die Geräte ja alle über das Netzwerk über das Internet holen… So könnte man tatsächlich eine audiophile Anlage nur aus der kleinen Sonos-Box und ein paar guten Lautsprechern realisieren!
Aber auch hier gilt: Man braucht ein NAS oder einen Server, da die Sonos-Geräte keinen eigenen Speicher haben. Ferner ist die Anbindung zur Eingabeeinheit per WLAN realisiert, man hat also immer die Strahlenquelle im Hause. Wen es nicht stört: OK, ich bin da skeptisch, weil ich der Meinung bin, daß ich zumindest das, was ich vermeiden kann auch vermeiden sollte.
Mein erstes Fazit:
Leider gibt es die eierlegende Wollmilchsau noch nicht. Das große Olive Opus No.4 wäre wohl aktuell das Gerät meiner Wahl, aber für rund 4-6 Stunden Musik die Woche zu Hause ist es mir deutlich zu teuer. Außerdem fehlt der integrierte Verstärker um es als Einzelgerätlösung zu nutzen. Das Sonos ist ein Dauerfunker, was für mich subjektiv der integrierte Verstärker nicht kompensieren kann. Außerdem ist auch das Sonos-System recht teuer. Bleibt die Logitech Squeezebox Touch: Auch diese finde ich für avisierte 300 Euro nicht günstig. Aber Sie hat angeblich sehr gute BurrBrown DA-Wandler, was den Preis ein wenig rechtfertig. Vorteil der Logitech: WLAN ist (lt. Logitech-Support) deaktivierbar (wie beim Olive) und der Preis ist für das Produkt schon mal halbwegs ok.
Langfristig würde ich gerne so ein Gerät anschaffen… habt Ihr schon Erfahrungen mit Geräten dieser GattungÄ
…ungeheuer. Jaja, damals war die Welt noch in Ordnung und man(n) wurde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen über die “Realität” aufgeklärt. Da wußte man noch, wofür man(n) seine GEZ-Gebühren bezahlt:
Hallo zusammen,
eine neue Runde von freeqnets “Projekt Hörsturz” hat begonnen. Dieses Mal ist sogar einer meiner Titelvorschläge dabei, wenn auch dieser eher aus Frust über einen Elektrotitel kam. Postpunk hat hierauf schon ein wunderbares Feedback in seiner Rezension geschrieben – lesenswert!
Kommen wir zu meinen Wertungen. Die Kandidaten sind dieses Mal:
Red – Already Over (von Konna)
Die Band “Red” ist mir bis dato nicht bekannt gewesen. Umso überraschter bin, daß “Already Over” ein Song in aller bester “Linking Park”-Manier ist und somit das Potential hätte, in allen Radiosendern, die “das Beste der 80er, 90er und von heute” spielen. Den Zeitgeist hat man auf jeden Fall getroffen, der Song ist “rund” und gefällt. Sicherlich kann man in Anbetracht der wirklich sehr froßen Ähnlichkeit zu “Linking Park” das Manko der fehlenden Eigenständigkeit nennen, aber da stellt sich auch die Frage wer zu erst da war und diese kann ich nicht beantworten.
Ergo:
Wertung: 3 von 5 Punkten 




Daniel Wirtz – Wo ich steh (von Tapedeck)
Daniel WirtzÄ Klingt nach Schlager… dachte ich und lag falsch. Es gibt ein peinliches Intro eines Telefonanrufers, der den “Künstler” beschmipft. Naja, abgedroschen…
Darauf folgt Punkrock mit deutschem Gesang. Rotziger Gitarrensound, ein wenig Samples und Effekte und Text, der sehr oft den Gedanken nahe legt, daß der Autor wohl meinte “Reim dich oder ich freß dich”. Das ganze wird dann gepaart mit einigen witzlos eingebauten Zitaten aus anderen deutschsprachigen Songs wie bspw. “was geht, was geht – ich sag’s dir ganz konkret”. Naja, um den Songtext zu zitieren: “…komm mir vor wie mittags RTL”. Eihnzig positiv bleibt, daß es ein fetziger, eingänger 08/15 Punkrocksong ist. Daher:
Wertung: 1 von 5 Punkten 




Reinhard Mey – Ein Stück Musik von Hand gemacht (live) (von Stefan)
Ha, mein Vorschlag – das ist Premiere! Ich hatte den Titel leider nur in der live-Version for free im Netz gefunden, aber das tut der Sache nicht schaden.
Reinhard Mey lebt von seinen Texten, seiner Sozialkritik und dem wunderbaren Wortwitz. Mir haben seine Songs daher schon in meiner Jugend gefallen, auch wenn ich damals hautpsächlich dem Heavy Metal fröhnte. Auch dieser Titel ist musikalisch kein Meisterwerk der Komplexität. Als Liedermacher der französischen Chanson-Schule geht es auch viel mehr um die Geschichte des Herrn, die er final sehr treffend mir “wenn ich endlich ganz und gar maschinenlesbar bin, mit ‘nem Balkencode am Schniedel und ‘ner Prüfzimmer am Kinn” zusammenfaßt. Alleine schon der Anfang ist wunderbar und läßt einen ein wenig über die heutige Welt nachdenken:
“Zur Blütezeit der Fast-Food-Zivilisation,
Der Einheitsmeinung, der Geschmacksautomation,
Der Plastikgefühle und der High-Tech-Lust,
Der Wegwerfbeziehung mit dem Einweg-Frust,
Zur Zeit der Fertigträume aus der Traumfabrik,
Der Micky-Maus-Kultur und der Steckdosenmusik.
Da lob’ ich mir ein Stück Musik von Hand gemacht,
Noch von einem richt’gen Menschen mit dem Kopf erdacht,
‘ne Gitarre, die nur so wie ‘ne Gitarre klingt,
Und ‘ne Stimme, die sich anhört, als ob da jemand singt.
Halt ein Stück Musik aus Fleisch und Blut,
Meinetwegen auch mal mit ‘nem kleinen Fehler, das tut gut,
Das geht los und funktioniert immer und überall,
Auch am Ende der Welt, bei Nacht und Stromausfall!”
Der Song trifft mich, als derzeit werdender Vater, ganz besonders auf dem aktuellen Nerv der Gedanken, die einem in diesem Rahmen beschäftigen.
Wie gesagt, der Song ist an sich kein musikalisches Meisterwerk, aber eine etwas weniger bekannte Realsatire / Appell an die Vernunft mit viel Spaß und Wortwitz, der einfach dazu einlädt die aktuellen Entwicklungen noch einmal in Ruhe zu überdenken.
Wertung: 4 von 5 Punkten 




Bromheads Jacket – Fight Music for the Fight (von Kamil)
Ein cooles, punkig-rotziges Gitarrenintro, ein Sänger, der verdammt Irish oder so klingt. Yeah! Und auch der Refrain und die Gitarrenriffs machen mächtig Laune. Punkrock im Stile einer modernisierten Version der Sex Pistols. Ich denke daß trifft es recht gut. Einfach, ehrlich und frech.
Wertung: 4 von 5 Punkten 




Utada Hikaru – Sanctuary (von Melli)
“Utada Hikaru” war mir bisher auch gänzlich unbekannt. Der Song hat etwas mystisches und klingt ein wenig nach einer poppigen Mischung aus “Björk” (der mystische Anteil) und “Everything But The Girl” (Elektro-Pop mit Ambient-Anteilen und dominanter Frauenstimme). Der Song kann aber leider keine wirklichen Spannungsbögen aufbauen und plätschert so halt vor sich hin. Sicherlich eine prima Hintergrundberieselung, die niemanden störend auffällt. Als Einzelwerk betrachtet aber zu bedeutungslos.
Wertung: 2 von 5 Punkten 




Es geht hier – um einleitend alle Mißverständnisse auszuräumen – nicht um meine Mutter und auch nicht über meine Frau, die bald auch eine Mutter ist, sondern um eine mir bis vor kurzem unbekannte Band, die ich in “Projekt Hörsturz Runde 6 – meine Rezensionen“ verrissen habe. Ein anderer Mitstreiter im Projekt Hörsturz, postpunk, hat nach seiner sehr gelungenen Rezension über Reinhard Meys “Ein Stück Musik von Hand gemacht” mich gebeten, mich etwas mehr mit dieser Band auseinanderzusetzen.
Tja, da möchte ich mich nicht wehren und habe daher die “Herausforderung” angenommen. Freundlicherweise wurde mir ein Link mit diversen Titeln von “Mutter” bereitgestellt, so daß die lästige Sucharbeit entfallen ist.
Den Anfang macht der Titel “Die Erde wird der schönste Platz im All“, der wahrlich nichts mehr mit meinem oben verlinkten Verriss zu tun hat. Ein butterweicher Pop-Song, fast zum Mitschunkeln. Heile Welt pur…
Tja, nichts mehr mit Gemetzel. Und der Sänger klingt auch noch ein wenig nach Tocotronic – ein Sympathiebonus oben drauf.
Wer hätte das gedacht, nachdem ich die Band aufgrund des Titels “Der Krieg ist vorbei” als schlechte Rammstein-Kopie mit Potential zur Untermalung des nächsten Schulmassakers beschmipft hatte. Weiter geht es mit “In ihren Augen ist nichts mehr“. Auch hier klingt alles ein wenig nach Tocotronic, den Text kann ich leider aufgrund der schlechten Tonqualität nicht ganz greifen. OK… machen wir weiter mit “Die neue Zeit“. Der Song fängt sehr melancholisch an – ein nettes, weiches Gitarrenintro mit melodramatischen Gesang, der einen Wandel besingt und in einem infernalen Gewitter mündet. Tja, weiteres läßt uns der Sänger mangels weiterem Text leider nicht wissen. Nett, aber nicht der Hit (für mich).
Der letzte Titel nennt sich “Ich weiß ja wer Du bist“. Dieser Song scheint ein gewollt sozialkritischer Titel zu sein, der als Appell die Message zu haben scheint, daß man sich immer wieder neu mit Menschen auseinandersetzen sollte, auch wenn man diese vermeintlich schon kennen mag.
Abschließend läßt sich noch sagen, daß ich auf Discogs leider nicht wirklich viel zu der Band gefunden habe. Somit bleibt die Frage “Revoluzer oder Skandal-Popper?” durch mich unbeantwortet, aber vielleicht findet hier Postpunk ein abschließendes Wort.
Wer schnell ist, der kann über diese Link noch eien kostenlose Vollversion von Nokias OVI Maps 3.0 Fußgängernavigation (weltweite Version – nicht nur auf Deutschland beschränkt) abstauben. 100.000 Stück werden in Deutschland verteilt.
Viel Erfolg!